Zugegeben, das ist ein sehr reißerischer Titel. Dumm? Aber: bei Facebook und Instagram sehen wir einfach so viel Blödsinn, dass wir uns nicht zurückhalten können und diesem Thema einen Artikel widmen müssen.

Wir beziehen uns auf die Erlebnisse, die wir im amerikanischen Südwesten und insbesondere in den National Parks hatten. Hier geht es nicht darum, Menschen einer bestimmten Rasse, Nationalität oder eines Geschlechtes anzuprangern, sondern einzig und allein darum, unseren dummen und ignoranten Mitmenschen klar zu machen, welche Auswirkungen ihr Verhalten hat. Sofern sie lesen können…und verstehen.

Hier also unsere Top 10 Liste der Verhaltensweisen, an denen Du garantiert erkennen kannst, ob Du dumm bist.

Du bist dumm, denn

  1. Du fütterst wilde Tiere
  2. Du bedrängst wilde Tiere, weil Du unbedingt ein Foto posten willst
  3. Du begrapscht Petroglyphen, Ruinen und archäologische Stätten oder sitzt in/auf letzteren
  4. Du posierst am Abgrund
  5. Du „wanderst“ in Flip Flops
  6. Du kaufst Dir ständig kleine Plastikflaschen mit Wasser
  7. Du wunderst Dich, dass Dein Hotel im National Park keinen Mega-Flachbildfernseher im Zimmer und keinen Pool hat
  8. Du wanderst mittags bei 40 °C
  9. Du lässt Deine Reste und Deinen Müll nach dem Picknick liegen
  10. Du findest Pit Toilets unhygienischer als Toiletten mit Wasserspülung

Und, findest Du Dich wieder?

Falls ja, dann erklären wir Dir jetzt Punkt für Punkt ausführlich, warum all diese Verhaltensweisen dumm sind. Und eine Anmerkung am Rande: klick nur dann auf die Links, wenn Du nicht zu sensibel bist und fiese Bilder und Info ertragen kannst:

Du fütterst wilde Tiere

Es ist ganz einfach: Keep wildlife wild. Die amerikanischen National Parks schützen grandiose Landschaften inklusive Fauna und Flora (das bedeutet Tier- und Pflanzenwelt). Die Tiere sind wildlebend und und benötigen kein Futter von uns Menschen. Im Gegenteil, wir entwöhnen sie von ihren normalen Verhaltensweisen und machen sie abhängig von uns. Zudem sind die Snacks, mit denen wir Menschen sie füttern, zum Großteil ungeeignet und gefährlich für die Tiere.

Und die ach so niedlichen Squirrels sind die gefährlichsten Tiere von allen, da sie gerne in Deine Hand beißen und nette Krankheiten übertragen, z.B. die Pest. Ooops!

Hey, willst Du Pest und Tollwut von mir haben?

Hey, willst Du Pest und Tollwut von mir haben?

Du bedrängst wilde Tiere, weil Du unbedingt ein Foto posten willst

Ein Foto mit dem Bison oder Hirsch? Ein Bison wiegt etwa eine Tonne, ist in einer Sekunde auf den Beinen und läuft etwa 60 km/h. Jedes Jahr werden Touristen im Yellowstone National Park von den Tieren auf die Hörner genommen, weil sie zu dumm sind, sich richtig zu verhalten. Oder weil sie nicht lesen können?

Bist Du dumm? Dich kicke ich am liebsten!

Bist Du dumm? Dich kicke ich am liebsten!

Kein Foto dieser Welt ist es wert, dass Du ein Tier dafür quälst und bedrängst. Don’t do it for „the Gram“!

Du findest die Robbenmutter mit dem Baby so niedlich? Lass sie in Ruhe, denn sie wird ihr Baby allein lassen, weil sie so viel Angst vor Dir hat. Und dann kümmerst Du Dich um das Robbenbaby und ziehst es auf, oder wie?  Robben und Seelöwen wollen auch nicht von Dir begrapscht werden. Was mich schon immer interessiert hat: was machst Du eigentlich mit diesen Fotos, wenn Du sie einmal gepostet hast und Dich geil gefühlt hast, weil Du so viele Likes dafür bekommen hast?

Du begrapscht Petroglyphen, Ruinen und archäologische Stätten oder sitzt in/auf ihnen

Ruinen, Petroglyphen, archäologische Stätten? Egal, Geschichte interessiert Dich nicht. Du kritzelst Deine Initialien in den Sandstein und Du sitzt auf und in Ruinen. Ein Wunder, dass Du Deine Initialien schreiben kannst, denn lesen kannst Du ja nicht. Zum Glück schadest Du damit wenigstens keinen Tieren, sondern nur den wenigen Menschen, die nach Dir noch auf dieser Erde leben werden.

Besonders erschreckend: es gibt selbsternannte „Reiseblogger“ oder „Journalisten“, die Wanderführer über den Südwesten rausgebracht haben. Darauf/darin findet man Fotos bei denen ganz klar ist, dass die Autoren in den Ruinen gestanden haben (wie der Typ auf dem ersten Foto).

Ich bin dumm und sitze in den Ruinen

Ich bin dumm und sitze in den Ruinen

Nur schauen, nicht anfassen: die Schwarzfärbung stammt von all den Dummen, die ihre Hände nicht von den Ruinen lassen konnten.

Nur schauen, nicht anfassen: die Schwarzfärbung stammt von all den Dummen, die ihre Hände nicht von den Ruinen lassen konnten.

Du posierst am Abgrund

Na klar, Du musst auch in sexy in Hotpants am Horseshoe Bend oder Grand Canyon posieren und Dein Foto auf Instagram posten. Gerne auch in wechselnden Outfits. Kennst Du das Buch Death in Grand Canyon*? Eine super Lektüre. Die Statistiken zeigen, dass bisher die Männer in der Überzahl bei den Todesfällen durch Stürze vom Rim waren. Noch ein paar Jahre mehr und Fotos auf Instagram und es wird sich ausgleichen. Frauen neigen übrigens genetisch bedingt leichter zu Schwindel beim Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen. Besonders spannend, wenn Du am Abgrund liegend in Deinem knappen Outfit posiert hast. Und wofür sind nochmal diese Geländer am Grand Canyon gedacht?

Das letzte Foto, bevor sie ein paar hundert Meter tiefer von den Felsen gekratzt werden musste

Das letzte Foto, bevor sie ein paar hundert Meter tiefer von den Felsen gekratzt werden musste (Quelle: Pixabay)

Mir persönlich ist es egal, wenn Du Dein Leben auf diese Weise beendest. Weniger in Ordnung finde ich, dass Du damit die Retter zwingst, sich beim Einsammeln Deines mehr oder weniger lebendigen Körpers auf unsicheres Terrain und damit selbst in Gefahr zu begeben.

Du „wanderst“ in Flip Flops

Wandern kann man das eigentlich nicht nennen. Überall sind sie uns begegnet: auf dem Bright Angel Trail im Grand Canyon, auf dem Fire Wave Trail im Valley of Fire und sogar im Yosemite National Park auf dem Weg zum Vernal Fall. Zum Glück gefährden sich diese Menschen in der Regel nur selber.

Du kaufst Dir ständig kleine Plastikflaschen mit Wasser

Die vielen kleinen Plastikflaschen sind ja so praktisch. Bestimmt packst Du im Supermarkt auch Dein Obst und Gemüse in diese dünnen Plastiktüten und läufst ständig mit Deinem Coffe-to-go rum. Müll? Wieso, der wird doch abgeholt. Plastik? Das wird doch recycelt. Träum weiter! Das Plastikproblem lösen wir nur alle gemeinsam, indem wir Strategien zur Vermeidung erarbeiten. Jeder von uns kann einen kleinen Beitrag dazu leisten.

Viele der amerikanischen National Parks verkaufen zum Glück kein Wasser in Plastikflaschen mehr. Stattdessen kannst Du Dir eine Mehrwegflasche kaufen (oftmals mit tollem Souvenir-Druck), die Du kostenlos an Wasserspendern auffüllst. Im Grand Canyon Village bekommst Du frisches Quellwasser aus Roaring Springs, einer Quelle tief unten im Canyon. Ich habe tatsächlich Leute gesehen, die das eklig fanden. Dümmer geht´s kaum.

Weg mit dem Müll! Stört doch keinen!

Weg mit dem Müll! Stört doch keinen! (Quelle: Pixabay)

Du wunderst Dich, daß Dein Hotel im National Park keinen Mega-Flachbildfernseher im Zimmer und keinen Pool hat

Hm, nach einem langen Tag unterwegs in einem National Park wäre es doch toll, eine Runde im Pool zu drehen und dann vor der Riesen-Glotze irgendeine Serie zu schauen, die bei uns noch nicht läuft? Jup, am besten übernachtest Du dann außerhalb des Parks. Wie schon oben erwähnt: amerikanische National Parks schützen grandiose Landschaften. Warum sollte es da überhaupt Hotels geben. Unterkünfte in National Parks sind zumeist historische Gebäude. Genieße den Park und genieße Deine Unterkunft. Pool und Fernseher kannst Du in Vegas haben. Und das beste an dieser dummen Verhaltensweise ist: Du schadest nur Dir selbst und merkst es vermutlich nicht.

Du wanderst mittags bei 40 °C

Ein Großteil des amerikanischen Südwestens liegt in Wüstengebieten. Trocken und heiß. Ungewohnt für den Nordeuropäer. Du brauchst sehr viel Flüssigkeit auch bei relativ kurzen Hikes. Genau so wichtig ist der Sonnenschutz für Deinen Kopf. Unterschätze nicht die Hitze. Und wenn doch: auch hier schadest Du zum Glück nur Dir selbst. Hike smart!

Du lässt Deine Reste und Deinen Müll nach dem Picknick liegen

So ein bisschen Müll kann gerne nach dem Picknick liegen bleiben. Macht auch nichts, wenn ein hübsches Reh Deine Plastikfolienreste frisst und daran jämmerlich zu Grunde gehen muss. Du siehst es ja nicht. Wie sich das wohl anfühlt?

Danke für den tollen Kaffeebecher!

Danke für den tollen Kaffeebecher! (Quelle: Pixabay)

Du findest Pit Toilets unhygienischer als Toiletten mit Wasserspülung

Ach ja, die Sache mit den Toiletten. Iiiihhh, ein Plumpsklo. Und da gibt es zum Händewaschen nicht mal Wasser, sondern nur dieses Gel. Die Pit Toilets sind nur dann eklig, wenn Du dumm und ignorant bist und den Deckel offen stehen lässt. Erst dann fängt es an zu stinken und die Toilette funktioniert nicht richtig. Oder wenn Du Dich nicht hinsetzen willst und nicht so richtig triffst. Jetzt wird´s aber wirklich eklig. Ist es denn so schwierig?

Hier stinkt nur eins: die Dummheit

Hier stinkt nur eins: die Dummheit

Und die letzte Frage muss ich gleich nochmal wiederholen: Ist es denn so schwierig? ;-)

Ein Schlusswort

Überhaupt nicht dumm bist Du, wenn Du auf Dein eigenes Verhalten reflektierst und die richtigen Konsequenzen daraus ziehst. Du bereust eine eigene dumme Verhaltensweise? Damit bist Du auf dem richtigen Weg. Reflektiere auf Dein Verhalten, verändere es zukünftig und inspiriere Deine Mitmenschen, es Dir gleichzutun :-)

Weiterlesen

Bei einem unserer Besuche im Zion National Park haben uns mehrere Mitmenschen mit Paradebeispielen für die eigene Dummheit beglückt. Falls du es ertragen kannst, dann komm mit uns in den Park des Grauens.

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Damit fotografieren und filmen wir

Oft werden wir gefragt: womit macht Ihr eigentlich Eure Fotos und Videos? Ihr wisst ja: nicht die Ausrüstung macht ein Bild zu dem, was es ist, sondern vor allem die Person hinter der Kamera. Die richtige Ausrüstung unterstützt ein schönes Foto.

In unserem Gepäck befinden sich die im folgenden genannten Artikel (teilweise haben wir die aktuelleren Versionen verlinkt).

DSLR und Zubehör

Canon EOS Digitale Spiegelreflexkamera – Einsteigermodell mit Kit-Objektiv*

Canon Zoomobjektiv EF-S 18-200mm – das „Immerdrauf“*

Canon EW-78D Streulichtblende für das Canon Zoomobjektiv*

Polfilter zirkular 72 mm für das Canon Zoomobjektiv*

Sigma 10-20 mm Weitwinkel-Zoomobjektiv*

Polfilter zirkular für das Sigma Weitwinkelobjektiv*

Graufilter-Set inkl. Halterung*

Adapterring für das Graufilter-Set*

Peak Design Kamera-Clip*

Rollei Compact Reisestativ*

Transcend Extreme-Speed Speicherkarte*

GoPro und Zubehör

Seit 2018 ist die GoPro bei uns mit im Gepäck. Wir lieben sie besonders wegen ihrer geringen Größe bei gleichzeitig großer Robustheit. Zudem ist sie ab der 6er Reihe wasserdicht und fotografiert im RAW-Format.

Bei GoPro raten wir Euch zu originalem Zubehör, zumindest was die Akkus angeht! Wir haben mit No-Name-Akkus sehr schlechte Erfahrungen gemacht gegenüber dem Original.

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zusätzlicher Akku für GoPro*

GoPro Chesty – Brustgurthalterung zum Radeln oder Wandern*

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Joby Suction Cup – Saugnapfhalterung fürs Auto*

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