Coyote Buttes White Pocket Blog Titel

Coyote Buttes South & White Pocket – ein Tag in den Vermilion Cliffs

Sandsteinplatten so dünn wie Papier, leuchtende Farben und surreale Formen. Ein Gebiet, welches nur 20 Personen am Tag betreten dürfen, um die fragilen Strukturen nicht noch mehr zu zerstören.

Coyote Buttes South

Coyote Buttes South

In diesem Beitrag nehmen wir Dich mit auf eine geführte Tour zu den Coyote Buttes South und White Pocket, die wir im Rahmen unseres Road Trips 2013 gemacht haben.

Punkt 4:15 Uhr klingelt der Wecker

Das Geräusch reißt uns aus dem Tiefschlaf. Trotzdem schaffen wir ein kurzes Frühstück im Hotelzimmer und packen unsere Rucksäcke. Auf der Fahrt von Page zum Paria Outpost verlieren wir eine ganze Stunde, denn er liegt in Utah am Highway 89, etwa mittig zwischen Page und Kanab. Um 6 Uhr sind wir am Paria Outpost. Draußen ist es noch stockduster, aber von drinnen ertönen bereits Stimmen. Wir treffen Susan, die mit ihrem Mann Steve den Outpost betreibt und unseren Guide für die heutige Tour:  Brent Fox. Zusammen mit uns geht noch ein Paar aus der Schweiz auf die Tour.

Paria Outpost

Paria Outpost

Ein früher Start ist aufgrund der zu erwartenden Hitze zu dieser Jahreszeit Anfang September noch nötig. Unser Ziel liegt in einer einsamen Wüstengegend mitten in den Vermilion Cliffs, die sich vom südlichen Utah bis ins nördliche Arizona erstrecken.

Um 6:30 Uhr ist die Tour abfahrbereit

Wir fahren kurz auf dem Highway 89 Richtung Westen und biegen dann in die House Rock Valley Road ab. Der Zustand der Straße ist nicht besonders gut, da es in diesem Sommer außergewöhnlich viel im Südwesten geregnet hat. Bereits das Durchfahren der Buckskin Wash ist mühsam. Brent ist mit 4WD aufgewachsen und man merkt ihm die Routine deutlich an.

Am Wire Pass Trailhead geht es vorbei und irgendwann biegen wir links auf eine einspurige Sandpiste ab. Hier wechseln sich Tiefsandpassagen mit Steinplatten und Hubbeln ab. Tiefsand muss mit Schwung durchfahren werden und wer nicht genau weiß, wo die felsigen Passagen sind, der setzt hier sehr schnell auf oder fährt sich im Tiefsand fest. Wir sind ehrlich gesagt jetzt schon froh, daß wir nicht selber gefahren sind. Ohne Ortskenntnisse ist es schon risikoreich, vor allem mit einem gemieteten Midsize SUV.

Kurzer Stopp bei Paw Hole

Unser erster Stopp ist die Paw Hole Gegend. Die Sonne blinzelt über den Horizont und färbt die Sandsteinhügel leuchtend rot. Hier halten wir nur kurz für ein kurzes Vertreten der Beine und erste Fotos. Weiter geht die ruckelige Fahrt zum Cottonwood Cove Trailhead.

Paw Hole

Paw Hole

Stopp bei Paw Hole

Stopp bei Paw Hole

An Bäumen und Blumen vorbei geht es in die Coyote Buttes

Durch den Regen blüht und grünt es überall und wir stapfen durch den Sand an Bäumen und Blumen vorbei zu den Coyote Buttes. Endlich sind wir da. Die Sonne hat sich noch nicht ganz durchgesetzt. Zum Fotografieren haben wir dadurch heute Morgen gutes Licht und schön dramatische Wolken.

Wir sind fasziniert von den fragilen Formationen und passen bei jedem einzelnen Schritt auf, dass wir möglichst wenig zerstören. Brent zeigt uns besonders schöne Formationen, unter dem Sand verborgene Dinosaurierspuren und Pfeilspitzen indianischer Herkunft.

Das Wandern selbst fällt hier nicht besonders schwer, da es keine nennenswerten Steigungen zu überwinden gibt. Allerdings könnten wir sehr leicht die Orientierung verlieren, da wir durch die vielen tollen Motive dauernd abgelenkt sind. Zum Glück haben wir Brent.

Lunchpause, eisgekühlte Getränke und der Facili-Tree

3 1/2 Stunden verbringen wir in dieser Sandstein-Wunderwelt, bevor wir uns zu einer Lunchpause am Auto zurückziehen. Brent hat Camping-Stühle dabei und eisgekühlte Getränke. Susan hat uns mit einem gut belegten Sandwich versorgt. Rundherum gibt es genügend Facili-Trees für die kleinen und großen Bedürfnisse. Susan hat jedem von uns dafür einen Zip-Lock-Beutel und Toilettenpapier mitgegeben. Aller Müll muss wieder mitgenommen werden.

Lunchpause

Lunchpause

Lunchpause

Lunchpause

White Pocket – überraschend grün

Nach der Pause geht es zurück in den Wagen und Brent überzeugt uns erneut von seinen Fahrkenntnissen. Das nächste Ziel ist White Pocket. Schon vom Parkplatz aus sind die weißen Formationen zu sehen. Die Gegend ist deutlich kleiner als die Coyote Buttes South und nicht weniger schön. Wir sehen also an diesem Tag zwei gänzlich unterschiedliche Gegenden. Hier überwiegen die Farben weiß, rot, blau und grün. Ja, tatsächlich gibt es hier überraschend viele grüne Stellen. Neben uns ist hier noch eine weitere Gruppe unterwegs.

White Pocket

White Pocket

Brain Rocks, Swirls und Gewitterwolken

Wir klettern in den Hügeln und den kleinen Canyons umher, bis am Himmel langsam ein Gewitter aufzieht. Inzwischen sind wir ziemlich müde und unsere Gehirne platzen fast bei der Fülle an Eindrücken.

Brent betrachtet nachdenklich die Gewitterwolken und rät zum Aufbruch. Er möchte nicht während des Gewitters zurück fahren. Die Piste kann dabei schnell unpassierbar werden und die Gefahr von Flash Floods ist in dieser Gegend sehr hoch.

Offroad will gelernt sein

Auf dem Rückweg zur House Rock Valley Road ist die Fahrspur blockiert. Zwei junge Russen haben ihren Jeep Patriot in den Tiefsand manövriert und versuchen fleißig, das Auto auszugraben. Sie wollten eigentlich auch White Pocket besuchen. Brent hat ein Seil dabei und zieht für die Jungs den Wagen aus dem Sand. Sie haben genügend Proviant und Wasser dabei, so dass wir weiter fahren und die Russen vor Ort lassen. Brent versichert uns, dass die Tour am nächsten Tag nachschauen wird, ob sie heil mit ihrem Wagen raus gekommen sind. Von Brent erfahren wir, daß er bei jeder Tour Leute trifft, die sich die Strecke in einem nicht geländetauglichen Wagen zutrauen. Es gibt in der Gegend genügend Abschleppdienste, die mit der Selbstüberschätzung der Touristen gutes Geld verdienen.

Ein letztes Highlight erwartet uns bei der Rückfahrt an der Buckskin Wash. Hier haben zwei flotte Kerle in (haltet Euch fest) weißen Klamotten versucht, mit ihrem Dodge Challenger durch den Wash zu fahren und sich dabei schön festgesetzt. Einer der beiden sitzt grinsend im Auto während der andere unter dem Auto liegt und versucht, die Räder irgendwie frei zu schaufeln. Ein Abschleppdienst ist bereits vor Ort und wir schütten uns aus vor Lachen über diese beiden Vollidioten nicht ganz so cleveren Menschen. Die Tour endet kurz darauf an der Paria Outpost.

Coyote Buttes South & White Pocket Quick Facts

Wo übernachten? Bei einer Tour mit Paria Outpost liegt Dein Startpunkt genau in der Mitte zwischen Page und Kanab. Buchst Du die Tour mit Dreamland Safari, so startet sie in Kanab. Uns gefällt Kanab als Übernachtungsort auf jeden Fall besser.

In welche Route passen die Vermilion Cliffs? In jede klassische Südwest Route, die Dich ins südliche Utah bzw. nördliche Arizona bringt. Bei unserer Tour sind wir von Page zum Grand Canyon North Rim gefahren. Vorher waren wir im Zion National Park.

Was kostet die Tour? Die Tour kostet bei beiden Anbietern knapp unter $200 für den ganzen Tag. Eingeschlossen ist die Fahrt mit dem geländetauglichen Fahrzeug, die kompetente und sympathische Führung eines Guides vor Ort, Getränke und Lunch. Die Größe der Gruppe ist durch das Fahrzeug limitiert. Für den Besuch der Coyote Buttes South wird ein Permit benötigt und Du musst es selbst besorgen. Lies dazu diesen Artikel und kümmere Dich rechtzeitig um Dein Permit. White Pocket kann auch ohne Permit besucht werden. Eintritt muss für das Vermilion Cliffs National Monument, in dem die beiden gebiete liegen, nicht gezahlt werden.

Wieviel Zeit wird benötigt? Ein ganzer Tag, d.h. zwei Übernachtungen in Kanab (oder Page).

Wo gibt´s Info zu den Vermilion Cliffs? Auf der offiziellen Website findest Du Info zu Den Coyote Buttes North (mit der Wave), den Coyote Buttes South und White Pocket.

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Lust auf weitere Berichte von dieser Tour? Die gesamte Tour 2013 findest Du hier:

USA 2013 Rim to Rim Blog Titel

 

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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  4. Wow das sind beeindruckende Bilder! Eigentlich lieben wir „selbstfahren“, aber der Westen der USA steht schon länger als Campingtrip auf der Bucketlist, da ist dann so eibe geführte Tour im 4WD die bessere Wahl!!
    LG Annika

    • Danke schön. Wir fahren auch lieber selbst. Unterwegs zur White Pocket war ich allerdings wirklich froh, daß wir nicht selbst gefahren sind.
      Für uns Europäer ist auch das Wetter schwer einzuschätzen, so daß man mit ortskundiger Begleitung auf jeden Fall besser dran ist.

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