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Mystik und Märchenschlösser – Ein Tag in Sintra

Bei einem Städtetrip nach Lissabon sollte ein Ausflug nach Sintra nicht fehlen. Tatsächlich war für uns der Besuch der Kleinstadt etwa 25 km westlich von Lissabon eins der Highlights des Trips und wir mussten feststellen, daß ein Tag viel zu kurz ist, um den Zauber des kleinen Ortes richtig zu genießen.

Herrenhaus der Quinta da Regaleira

Herrenhaus der Quinta da Regaleira

Ein paar Zahlen, Daten, Fakten über Sintra

Sintra gehört seit 1995 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Durchaus berechtigt, wenn Du Dir die Anzahl der traumhaft schönen Paläste anschaust. Neben fünf sehenswerten Palästen bzw. Herrenhäusern und deren Gärten bietet Sintra noch eine stattliche Anzahl an Museen.

Die Hauptattraktionen in Sintra:

  • Pena Palace
  • Nationalpalast
  • Castelo dos Muoros
  • Quinta da Regaleira
  • Monserrate Palace

Die Geschichte von Sintra reicht bis in die Altsteinzeit zurück. Auch die Römer und Mauren hinterließen ihre Spuren. So stammt z.B. das Castelo dos Muoros (die Maurenburg) aus dem 9. Jahrhundert. Im 14. Jahrhundert wurde der Nationalpalast erbaut, der sich mitten im historischen Stadtzentrum von Sintra befindet. Er wurde bis zum Fall der Monarchie 1910 durchgängig bewohnt. Um 1840 gab Ferdinand II den Bau des farbenprächtigen Pena Palace in Auftrag. Der Palast trohnt wie ein Märchenschloß in den Hügeln über der Stadt und ist innen noch komplett eingerichtet.

Nationalpalast

Nationalpalast

Sintras nähe zu Lissabon sorgte bereits seit der Zeit der Mauren dafür, daß im Sommer viele Städter hierher vor der Sommerhitze flüchteten. Die Hügel Sintras sind oft nebelverhangen und dank der sehr nahen Küste weht häufig ein kühlender Wind.

Anfahrt von Lissabon nach Sintra

Ab dem Rossio Bahnhof im Herzen von Lissabon bringt Dich etwa alle halbe Stunde ein Vorortzug, die Linha de Sintra, in rund 40 Minuten direkt nach Sintra. Am Schalter ist das Personal auf Touristen eingestellt und Du bekommst ohne Probleme die richtige Fahrkarte. Wir haben uns dort die Viva Viagem Karte geben lassen, die sich mit einem beliebigen Betrag aufladen und für den gesamten Nahverkehr in Lissabon und Umgebung nutzen lässt. Die Fahrt nach Sintra kostete 2,20 Euro.

Rossio Bahnhof

Rossio Bahnhof

Fortbewegung in Sintra

In Sintra läufst Du vom Bahnhof bis zum historischen Stadtzentrum etwa 10-15 Minuten zu Fuß. Im Zentrum befindet sich der Nationalpalast mit den bekannten Kamintürmen, den wir allerdings nicht besichtigt haben.

Pena Palace und das Castelo dos Muoros erreichst Du mit dem Touristenbus 434, der vom Bahnhof ins Stadtzentrum und dann weiter die Hügel hinauf zu den beiden Palästen fährt. Die Quinta da Regaleira kann mit der Buslinie 435 erreicht werden. Wir sind einfach ab Stadtzentrum nochmal 10-15 Minuten zu Fuß dorthin gegangen.

Wir hatten die naive Vorstellung, nach dem Besuch der Quinta da Regaleira „mal eben“ den Hügel hinauf zum Pena Palace laufen zu können. Es gibt einen sehr schönen Wanderweg. Schnell wurde uns klar, daß dies keine machbare Option ist. Da wir nicht mit dem Touristenbus fahren wollten, entschieden wir uns für Antonio mit seinem Tuk-Tuk. Für den verrückten Preis von 5 Euro pro Person fuhr er uns vom Stadtzentrum zum Pena Palace…und gab uns seine Telefonnummer, falls für den Rückweg Bedarf bestünde. 

Was wir an einem Tag in Sintra gemacht haben

Zugegeben, wir haben den Tag sehr entspannt angefangen. Schließlich war es mein Geburtstag. Also haben wir uns ein kleines Frühstück gegönnt, bevor wir die 20 Minuten Fußmarsch von unserer Unterkunft im Madragoa Viertel zum Rossio Bahnhof angetreten sind.

In Sintra haben wir folgendes Programm absolviert:

  • Besuch der Gärten und des Herrenhauses der Quinta da Regaleira
  • Entspannte Pause im Gartencafe der Quinta da Regaliera
  • Tuk-Tuk Fahrt zum Pena Palace mit Zwischenstopp am angeblich besten Aussichtspunkt auf den Palast
  • Spaziergang in den Gärten am Pena Palace
  • Besichtigung der Aussenanlagen des Pena Palace
  • Wanderweg vom Pena Palace über die Gärten der Vila Sassetti zurück ins Stadtzentrum
  • Picknick vor dem Nationalpalast

Leider mussten wir feststellen, daß ein Tag in Sintra absolut nicht ausreicht. Unser Airbnb Host Andre hatte vorgeschlagen, von Sintra aus weiter ans Meer zu fahren, aber wir hatten dazu heute absolut keine Zeit. Gerne hätten wir uns auch noch das Castelo dos Muoros und den Monserrate Palace angeschaut.

Castelo dos Muoros

Castelo dos Muoros

Am Ende des Beitrags findest Du natürlich unsere Quick Facts Box mit allen wichtigen Infos und Links.

Jetzt kommen wir etwas genauer zu den besuchten Orten (und vor allem den Gärten, die uns am besten gefallen haben).

Quinta da Regaleira – der Weg zu Initiation

Das Herrenhaus im neo-manuelinischen Stil gehörte ursprünglich der Viscondessa da Regaleira und wurde zwischen 1904 und 1910 von Carvalho Monteiro, dessen Familie durch ein Handelsmonopol reich geworden war, erworben und nach seinen Ideen weiter ausgebaut. Der gebürtige Brasilianer war ein Freimaurer und Haus und Gärten sind voller mystischer Symbole. Monteiro war sehr gebildet und interessiert an Naturwissenschaften. Seine Gärten bilden seinen persönlichen Weg zur Natur ab. Geheimnisvolle Gänge auf dem Weg der Initiation führen auf verschiedene Arten bis ins Innerste, in den Poco Initiatico, wo der Bezug zwischen Himmel und Erde besonders stark spürbar sein soll.

Seit wir ein Foto vom Poco Initiatico gesehen hatten, stand der Besuch ganz weit oben auf unserer Liste. Somit war das erste Ziel des heutigen Tages natürlich die Quinta da Regaleira.

Der Tag versprach sonnig zu werden. Zuerst haben wir uns im unteren Teil der Gärten verloren. Der Regaleira Tower hat einige Sackgassen und lustige Gänge und wir fühlten uns wie auf einem verzauberten Spielplatz. Vorbei an Monteiros Gewächshaus fanden wir das Gartencafe und beschlossen, daß wir eine Pause einlegen sollten, um nicht mit leerem Magen den Rest der Gärten und das Herrenhaus selbst zu erforschen. Bei Bica, Pasteis de Nata und einem Sandwich verbrachten wir hier eine entspannte Zeit in der Sonne.

Anschließend durchstreiften wir die Gärten weiter. Ohne klares Ziel ließen wir uns treiben, bis wir plötzlich am Ende eines unterirdischen Ganges genau an dem Ort standen, der uns eigentlich hergeführt hatte: der Poco Initiatico, ein „Brunnen“, der niemals Wasser führte und eigentlich ein unterirdischer Turm mit Ausgängen auf mehreren Ebenen ist.

Natürlich haben wir alle Zugänge ausprobiert…oder auch nicht. Schwer zu sagen, da Garten und unterirdische Gänge labyrinthartig angelegt sind. Auf jeden Fall hatten wir richtig viel Spaß.

Den Abschluß bildete die Besichtigung des Herrenhauses. Leider war das obere Stockwerk bei unserem Besuch nicht zugänglich, so daß wir uns auf das Erdgeschoß beschränken mussten.

Next Stop: Pena Palace

Ein bißchen taten uns ja schon die Füße weh, aber wir waren hochmotiviert, den Wanderweg zum Pena Palace zu finden. Nach etwa 15 Minuten wurden wir von den ersten Tuk-Tuks überholt und schließlich hielt Antonio an und überzeugte uns, daß der Fußweg hoch auf den Hügel definitiv zu weit sein würde, wenn wir denn heute noch etwas besichtigen wollten. Und ja, er hatte absolut Recht.

Auf halbem Weg den Berg hinauf zeigte er uns noch einen absoluten Geheimtipp und angeblich besten Ausblick auf den Pena Palace…naja, genau genommen hielten hier alle Tuk-Tuk Fahrer an 😉

Angeblich der beste Blick auf den Palast

Angeblich der beste Blick auf den Palast

Bei Bedarf geben wir natürlich gerne Antonios Telefonnummer weiter.

Am Palasteingang angekommen, zahlten wir brav unseren Eintritt und machten uns auf den Weg in die Gärten. Wenn Du schon Plattfüße haben solltest, kannst Du auch im Park mit dem Bus bis zum Palast fahren.

Wir wollten hauptsächlich die Gärten sehen und genossen die Ruhe hier. Es war allerdings recht windig und dadurch auch ein wenig kühl. Der Garten ist wunderschön angelegt und lädt zu langen Spaziergängen ein. Am höchsten Punkt hast Du einen märchenhaften Blick auf das knallbunte Schloß und auch bis zur nahen Küste.

Für den Besuch der Innenräume des Palastes blieb heute keine Zeit. Der Innenhof und die Mauer, die rund um das Anwesen führt, können jedoch ohne Zuzahlung besichtigt werden und diese Möglichkeit solltest Du auch auf keinen Fall auslassen. Hier finden sich überall liebevolle Dekorationen und verrückte Motive.

Wanderweg zur Vila Sassetti

Für den Rückweg ins Stadtzentrum von Sintra haben wir uns einen kleinen Wanderweg ausgesucht, der von der Estrada da Pena steil hinunter in die Gärten der Vila Sassetti und weiter bis ins Zentrum Sintras führt. Hier musst Du vorher nur checken, wann die Tore der Vila Sassetti geschlossen werden. Wir sind gerade noch durchgekommen, direkt nach uns wurde das Tor geschlossen. Sehr ärgerlich, da Du dann den Wanderweg ein schönes Stück zurück wieder nach oben gehen musst. Hier gibt es eine Karte der Wanderung. Wir sind davon den linken Teil (nur bergab) gegangen.

Abschluss eines märchenhaften Geburtstages

Zurück im historischen Zentrum bummelten wir noch ein wenig durch die engen Gassen. Hier ist es leider auch sehr touristisch und voll, obwohl wir an einem Wochentag hier sind. Mit einem Sandwich aus einer lokalen Bäckerei setzen wir uns vor dem Nationalpalast auf eine Mauer und schauen dem touristischen Treiben zu. Unser Blick fällt auf das Castelo dos Muoros hoch oben auf dem Hügel, welches wir sehr gerne noch besichtigt hätten.

Im Zentrum von Sintra

Im Zentrum von Sintra

Ein weiterer kurzer Fußmarsch bringt uns zum Bahnhof in Sintra, wo wir den nächsten Zug der Linha de Sintra zurück nach Lissabon besteigen. Und auf dem Rückweg zum Appartement in Lissabon machen wir natürlich an der Manteigaria halt, wo es wirklich die allerbesten Pasteis de Nata in Lissabon gibt, zumindest laut Insidertipp unseres Flughafen-Fahrers Joel. 

Der Abend endet mit Pasteis de Nata und einem Glas Weißwein, den uns unser Host Andre netterweise bereitgestellt hat. Einen so schönen Geburtstag hatte ich wirklich lange nicht mehr 🙂

Sintra Quick Facts

Wie kommst Du nach Sintra? In rund 40 Minuten mit der Linha de Sintra vom Rossio Bahnhof in Lissabon.

Wo gibt´s Info zur Quinta da Regaleira? Auf der offiziellen Website. Dort findest Du auch eine Karte von Herrenhaus und Gärten sowie Info zu Öffnungszeiten und aktuellen Eintrittspreisen.

Wo gibt´s Info zu den anderen Palästen? Auf der Seite Parques de Sintra. Für die dort aufgeführten Paläste gibt es auch Kombitickets.

Was musst Du noch beachten? In Sintra wird es vermutlich kühler sein als in Lissabon. Pack eine Jacke ein, am besten wind- und wasserdicht. Vor allem oben auf den Hügeln kann es sehr kalt und windig sein. Und zieh gut eingelaufene und bequeme Schuhe ein…Plattfüße garantiert!

Wo gibt´s nochmal die besten Pasteis de Nata? Die gibt´s in der Manteigaria. Du kannst sie in Lissabon an zwei Locations kaufen: 

  • Manteigaria Chiado: Rua do Loreto, nº 2, Bairro Alto, Lisboa
  • Manteigaria Cais do Sodré: Time Out Market, Av. 24 de Julho, nº 49

Wir hoffen, daß Dir unser märchenhafter Tag in Sintra gefallen hat. Willst Du wissen, warum wir eine Liebeserklärung an Lissabon geschrieben haben?

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