White Sands National Monument

Besuch der weißen Dünen

Am 20.09.2016 machten wir uns auf den Weg zum White Sands National Monument. Das White Sands National Monument liegt im Herzen des Tularosa Basin in New Mexico direkt am Highway 70 ca. 25km von Alamogordo entfernt. Alamogordo ist der nächstgelegene Ort und eignet sich gut als Übernachtungsmöglichkeit.

In und rund um Alamogordo fällt auf, dass sehr viel Militär unterwegs ist. Das liegt zum einen daran, dass das White Sands National Monument quasi auf dem Areal der White Sand Missile Range liegt, einem Raketen-Übungs- und Testgelände der US Army und zum anderen, das sich bei Alamogordo eine Air Force Base befindet.  Auf der White Sands Missile Range wurde übrigens die erste Atombombe gezündet; auch unter dem Begriff „Manhatten Projekt“ bekannt. Auf der White Sands Missile Range werden nach wie vor Raketenübungen bzw. -test durchgeführt, was wir am nächsten Tag zu spüren bekommen sollten, aber dazu später mehr.

Beim White Sands National Monument handelt es sich um ein Naturschutzgebiet, dass aufgrund der besonderen Geologie weltweit einzigartig ist. Die Dünen bestehen nämlich aus Gipssand – daher auch die wirklich schneeweiße Farbgebung. Nun, das allein ist noch nicht Besonderes. Allerdings gibt es nirgendwo auf der Erde ein vergleichbares Gebiet mit derartigen Gipssanddünen. Das Ganze hat etwas mit den besonderen geologischen Prozessen zu tun, die die Entstehung der White Sands ermöglichten.

Tag I: Ankunft White Sands

Nachdem wir in Las Cruces einen Zwischenstopp eingelegt hatten, um in dem örtlichen Denny´s unser Dinner einzunehmen, erreichten wir das White Sands National Monument am späten Nachmittag. Wir hatten geplant, uns den Sonnenuntergang in den weißen Dünen anzuschauen bevor wir unser Zimmer im Super 8 in Alamogordo bezogen.

 Sonnenuntergang in den Gipssanddünen

Aufgrund der vorgerückten Stunde verzichteten wir auf einen Abstecher in das Visitor Center und und fuhren gleich zum Eingang des Parks. Das Gebiet ist gut mit dem Auto befahrbar. Die Straßen bestehen aus festgefahrenem Gipsand und es gibt zahlreiche großzügige Parkplätze auf denen man sein Auto einfach abstellen kann, um per pedes einen Abstecher in die Dünenlandschaft zu unternehmen. Nachdem wir eine Runde mit dem Auto gedreht hatten, suchten wir uns einen Parkplatz und machten uns auf den Weg in die Dünen, um uns ein Plätzchen zu suchen, von wo aus wir den Sonnenuntergang beobachten konnten.

Um uns herum zogen Gewitter auf, die dafür sorgten, dass der Himmel wolkenverhangen war und sich ein atemberaubendes Panorama zeigte. Wir haben den Ausblick auf jeden Fall sehr genossen.

Mit den letzten Lichstrahlen stapften wir zum Auto zurück und machten uns auf den Weg zu unserem Motel in Alamagordo.  Am nächsten Tag war ein weiterer Besuch der White Sands samt kleiner Wanderung durch die Dünen geplant.

Raketentest

Nachdem wir eingecheckt hatten und uns am örtlichen Walmart mit allem Notwendigen eingedeckt hatten, warfen wir im Motel nochmal einen Blick auf die Website des White Sands National Monuments. Zu unserem Erstaunen mussten wir feststellen, dass für den nächsten Tag tatsächlich ein Raketentest auf der White Sands Missile Range auf dem Programm stand. Dementsprechend wurde der Highway 70 auf Höhe des Eingangs zu den White Sands gesperrt. Zusätzlich öffnete der Park später, so dass wir unseren Plan mit der Wanderung abhaken konnten. Laut Info im Internet sollte der Park erst gegen 10.30 Uhr öffnen. Da wir an dem Tag noch weiter Richtung Carlsbad wollten, für uns zu spät, um noch eine Wanderung zu unternehmen. Zudem auch deshalb, weil gegen Mittag aufgrund der Hitze nicht durch die Dünen toben wollten.

Halb so wild – wir hatten noch eine Alternative in der Hinterhand…

Tag II: Blechlawine

Aufgrund des Raketentests konnten wir den Morgen also ganz entspannt angehen und machten uns nach dem Frühstück und dem Check-Out langsam in Richtung White Sands auf dem Weg.

Auf dem Highway stauten sich die Autos aufgrund der Sperrung bereits erheblich. Wir ergatterten auf dem Parkplatz des Visitor-Centers noch einen Parkplatz bevor es richtig voll wurde. Die Öffnung des Parks verzögerte sich nämlich noch um gut eine halbe Stunde, so dass es zusehends voller wurde. Wir nutzen die Verzögerung um im Visitor-Center-Shop ein bisschen Geld unter die Leute zu bringen. Zudem mussten wir uns im Shop noch ein paar rutschbare Untersätze für unser Alternativ-Programm besorgen.

Dünenpflug

Eine beliebte Freizeitbeschäftigung in den White Sands ist das „Runterschliddern“ der Dünen mit herkömmlichen Schlitten. Jetzt nicht solche Schlitten aus Holz mit richtigen Kufen, wie wir sie überwiegend aus Deutschland kennen, sondern diese Plastikschüsseln mit Haltegriffen (wokartig). Diese Schlitten kann man im Visitor-Center günstig erstehen – gebraucht oder neu. Nachdem man seine Abfahrts-Gelüste befriedigt hat, kann man seinen Schlitten übrigens wieder in Zahlung geben. Alles in allem also ein faires System.

Ausgestattet mit zwei gebrauchten Schlitten sowie einer Portion Wachs, (ebenfalls erhältlich im Visitor-Center) um die Teile zu tunen (kann ja nicht schaden, etwas Tempo ´rauszuholen), machten wir uns auf die Suche nach einer Düne, die unserer Vorstellung für eine würdige Abfahrt entsprach. Nach kurzer Zeit hatten wir „unsere“ Düne gefunden und machten uns an den Aufstieg, was bei der, mittlerweile sehr gemütlichen, Temperatur eine schweißtreibende Angelegenheit war. Unter uns: ein völlig sinnfreier Spaß, aber genau deshalb so empfehlenswert.

Wer also keine Angst davor hat, dass es nach ein paar Abfahrten im Schlüpfer schmirgelt und knirscht, dem sei ein Rodelerlebnis in den White Sands wärmstens empfohlen.

 Journey Through Time – Picknickplätze in den White Sands

Sehenswert, weil sehr charmant, sind auf jeden Fall die Picknickplätze im Park. Diese stammen, ich vermute, aus den 60ern und haben auf jeden Fall Stil. Wir haben aufgrund der mörderischen Hitze auf ein Picknick im Freien verzichtet und nahmen, nachdem wir noch diverse Fotos hier und da geschossen hatten, so langsam Abschied von den White Sands.

Uns haben die White Sands sehr gut gefallen. Wir hätten gerne noch mehr zu Fuß erkundet; das war aufgrund des Raketentests leider nicht möglich. Wer also mal in der Nähe ist, sollte sich einen Besuch des White Sands Monuments nicht entgehen lassen.

Aktivitäten sollte man in die frühen Morgen bzw. Abendstunden legen, weil es tagsüber doch schon unerträglich heiß wird. Wichtigstes Untensil: Sonnenbrille.

Das war er auch schon, unser Bericht vom Besuch des White Sands Monument. Wir hoffen, Euch hat die Lektüre gefallen und wir konnten einen kurzen Einblick vermitteln, warum ein Besuch des Parks lohnenswert sein könnte.

White Sands National Monument Quick Facts

Wo übernachten? Zur Übernachtung ist generell Alamogordo zu empfehlen. Aufgrund der Militärbasen bietet Alamogordo eine gute Infrastruktur und zudem gute Übernachtungsmöglichkeiten.

In welche Route passt das White Sands National Monument? Unsere Route führte uns von den Gila Cliff Dwellings nach Alamogordo und weiter nach Carlsbad. Auch möglich ist die Kombination mit El Paso in Texas.

Was kostet der Eintritt? Sofern man nicht im Besitz eines Nationalpark-Jahres-Passes ist, beläuft sich die Gebühr auf $5 pro Erwachsenem. Kinder bis 15 Jahre zahlen keinen Eintritt.

Wie viel Zeit wird benötigt? Je nach Aktivitäten würden wir 3 bis 6 Stunden einplanen. Im Falle einer Wanderung eventuell auch mehr.

Wo gibt´s Info? Auf der offiziellen Website des  White Sands National Monuments.

Noch mehr Fotos findest Du in Inas Bericht zu ihrem Besuch im White Sands NM auf Genussbummler.de.

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