Langsam wechselt die Farbe – die Kälte verfliegt

Somewhere over the cloudscape – Sonnenaufgang auf dem Haleakala

(Gastartikel von Natalie Schneider) Der Ukulelen-Klang des Songs “Somewhere over the rainbow” lässt mich sofort an Hawai’i denken – wahrscheinlich geht’s dir genauso. Doch der Aloha-State der USA hat noch vieles mehr zu bieten als Regenbögen, Surfen und Kokosnüsse. Auf Maui – der zweitberühmtesten Insel des Archipels – kannst du einen atemberaubenden Sonnenaufgang über den Wolken genießen!

Haleakala - schönster Sonnenaufgang der Welt

Haleakala – schönster Sonnenaufgang der Welt

Das Bild sollte schon Grund genug sein, warum du nach Maui reisen und den Sonnenaufgang in deine Reiseplanung einbinden solltest! Du kannst dich ins Auto schwingen und ganz gemütlich hochfahren oder auch zum Aussichtspunkt hiken. In dem riesigen National Park existieren einige Trails, die empfehlenswert sind! Da wir nur für 3 Tage auf der Insel waren, konnten wir uns nur eine Autofahrt leisten.

Wer einen Sonnenaufgang sehen will, muss früh aufstehen

Es ist 3:45 Uhr in der Früh. Der Wecker reißt mich aus dem Tiefschlaf – wie ich diese Momente hasse! Doch im nächsten Augenblick kommt die Vorfreude auf, denn mir fällt wieder ein, warum ich den Wecker gestellt habe. Heute wollen wir auf Maui’s höchsten Vulkan – der Haleakala – um den Sonnenaufgang zu beobachten!

Tropisches Wetter? Nicht um 4:00 Uhr morgens

Mit diesem Plan vor Augen, fällt das Aufstehen viel leichter! Allerdings verflog die Motivation etwas, als wir den ersten Schritt nach draußen machen.

Wer denkt, dass eine tropische Insel wie Maui, immer warm ist, der irrt ungemein! Steh ganz früh auf! Besonders hier in Makawao kam noch der nahezu ununterbrechliche Nieselregen dazu. Müdigkeit, Kälte und Regen – keine gute Kombi! Da vergeht dir das typische hang loose Insel-Feeling und die deutsche Mecker-Kultur kommt zurück ans Tageslicht. Aber nun stell dir das mal vor, wie das oben auf dem Vulkan sein muss!

Auf dem Weg zum „Haus der Sonne“

10023 Fuß hoch, das sind 3055 m. Das wurde mir am Steuer des Mietwagens erst so richtig bewusst. Ich zittere noch vor Kälte und Müdigkeit und die Nervosität breitet sich so langsam in meinem Bauch aus, was das Zittern nur noch unterstützt.

Blind von der Dunkelheit fuhren wir die Schlängelstraße zum Summit Building hoch. Am Ende wurde uns direkt ein Parkplatz zugewiesen. Da war er, der kurze Moment der Reue: „Voll in die Touristenfalle getappt!“ Ich glaube, dass ich wirklich davon ausging, dass niemand so dumm sein kann und freiwillig so früh aufsteht. Jedoch wird es überall angepriesen. Da ist eine Masse an Touristen doch selbstverständlich.

Minusgrade in 3000 m Höhe

Das Auto geparkt, ausgestiegen und schlagartig wusste ich nach einem halben Jahr tropisches Wetter wieder, wie sich Kälte anfühlt. Ich hatte das winterliche Wetter schon total vergessen als mir plötzlich die Arterien einfroren. Wir alle hatten nur für sommerliches Wetter gepackt – ein Pulli und eine Softshelljacke waren die dicksten Sachen, die ich selbst hatte. Glücklicherweise gab’s in unserer AirBnB-Unterkunft einen riesigen Schrank voller Decken – bei den Minusgraden ein wahrer Lebensretter!

Sei aber nicht abgeschreckt, nur weil deine warmen Sachen zu Hause liegen! Dort steht ein Glashaus, das dich warm halten kann. Die Sicht hinter der Scheibe mag nicht die beste sein, aber so musst du nicht draußen erfrieren und du kannst zum entscheidenden Moment auch raus gehen.

Sonne, Mond und Sterne

Die Höhe des Haleakala’s macht es möglich, eine sternklare Nacht zu genießen. Leider haben wir dies nur für etwa 10 min Minuten gehabt. Denn von Minute zu Minute wird es immer deutlicher, dass die Sonne immer höher kommt und die Sterne verschwinden langsam. Nur der Mond bleibt uns noch eine Weile erhalten.

Ein guter Ort, um Sterne zu beobachten

Ein guter Ort, um Sterne zu beobachten

Der Sonnenaufgang rückt immer näher

Während es langsam heller wird, bemerke ich erst, dass wir uns wirklich über den Wolken befinden! Diese flauschige Schicht gleicht wirklich weißer Watte und ist nur wenige Meter unter uns! Das Farbspiel wechselt von einem kalten bläulichen Ton in einen warmen gelblichen.

Langsam wechselt die Farbe – die Kälte verfliegt

Langsam wechselt die Farbe – die Kälte verfliegt

Das ist der Moment, in dem wir von Decken ummantelt aus dem Aussichthaus hinausgehen und uns vor eine flache Mauer setzen. Mit den vielen Menschen im Hintergrund scheint es, als wären wir ganz allein.

Die Sonne schiebt sich immer höher. Die Farben wechseln erneut – nun ist es eher rötlich-orange. Kleinere Wolken erstrahlen in Pink. Gespannt starren wir auf die Wolkendecke – doch die liebe Sonne lässt uns noch etwas zappeln.

Ein Gefühl wie neugeboren

Minuten vergehen. Bis endlich die ersten Strahlen über den Wolken herausblitzen.

Die ersten Sonnenstrahlen

Wie neugeboren

Ein frischer Morgen über den Wolken Maui‘s – unglaublich! Vergiss alle Sonnenaufgänge am Strand! Das hier ist Gold wert! Denn dieses Farbspiel auf der Wolkendecke und am Himmel, ist nur auf solch einer Höhe zu bewundern! Die ersten Strahlen der Sonne lassen die Wolken in neuen Farben erstrahlen. Sie scheinen aus Gold zu bestehen!

Bald steht die Sonne komplett über den Wolken und die ersten Menschen verschwinden.

Der Moment des Sonnenaufgangs verfliegt in Windeseile

Der Moment des Sonnenaufgangs verfliegt in Windeseile

Auf dem Weg nach unten stellen wir erst mal fest, wie wunderschön der National Park ist und das war nur ein Bruchteil des gesamten.

Lass dich allerdings nicht zu stark von der Umgebung ablenken und halte die Verkehrsgeschwindigkeit ein! Das Runterrollen geht leicht von der Hand – oder sollte ich Fuß sagen? Meist wird der Bremse beim Rollen kaum Beachtung geschenkt. Allerdings achten die Ranger hier darauf und halten dich möglicherweise an. So ging es uns jedenfalls.

Die Aussicht auf dem Weg nach unten

Die Aussicht auf dem Weg nach unten

Meine Tipps für Maui

  • Plane auf jeden Fall bei deinem Maui-Besuch diesen Sonnenaufgang ein!
  • Stehe früh genug auf!
  • Wenn du nicht nur 3 Tage hier bist, wandere oder fahre durch diesen riesigen National Park!
  • Bei einem kurzen Aufenthalt bietet sich der Waimoku Wasserfall an, der über die malerische Road to Hana erreichbar ist. Dieser sogenannte Pipiwai Trail führt durch Bambuswälder und ist wunderschön!
  • Von November bis April kannst du hier eine Wal-Tour machen. Wir hatten besonderes Glück bei unserer Tour! Zwei riesige Buckelwale waren direkt neben unserem Boot und haben uns ausgecheckt!

 

Über den Autor:

Profilbild_Nate_the_nomad Nate von Unbridled ist auf dem Weg zu einem ortsunabhängigen Leben. Nach dem Studium soll es losgehen und sie wird dem grauen und grummeligen Deutschland ab Sommer den Rücken zuwenden. Dann heißt es reisen, darüber bloggen und anderweitig online arbeiten.

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