Zion National Park Observation Point

Was Du vor Deinem Besuch im Zion National Park wissen musst

Unscheinbar auf den ersten Blick – der Zion National Park. Die Schönheit des Parks erschließt sich Dir, wenn Du Deine Wanderschuhe schnürst und Dich in verzaubern lässt von senkrechten Sandsteinwänden und verwunschenen Canyons.

Zahlen, Daten, Fakten

Der Zion National Park bedeckt eine Fläche von rund 590 Quadratkilometern. Der bekannteste Teil, den die meisten der rund 3 Mio Besucher jährlich ansteuern,  ist der Zion Canyon, den der Virgin River 600-900 m tief in den Sandstein gegraben hat. Im südlichen Utah gelegen ist die nächstgrößere Stadt St. George.

Der Park liegt auf einer Höhe von 1128 bis 2660 Meter über dem Meeresspiegel am Rande des Colorado Plateaus und am Übergang zur Mojave Wüste und dem Great Basin. Diese Lage bestimmt die Flora und Fauna im Park. Es gibt grüne Flußufer, karge Hochebenen und dichte Wälder. An den Sandsteinhängen klettern oft Dickhornschafe und im Wüstenklima der Canyons finden sich Klapperschlangen und Taranteln. Streifenhörnchen begegnen Dir überall.

Bitte nicht füttern - Halte Abstand auch zu diesen niedlichen Hörnchen

Bitte nicht füttern – Halte Abstand auch zu diesen niedlichen Hörnchen

Die neun sichtbaren Gesteinsschichten des Zion National Park sind Teil der Grand Staircase, einer Gesteinsformation, die sich vom Bryce Canyon bis zum Grand Canyon treppenartig erstreckt.

Seit dem 19.11.1919 ist der Zion Canyon als National Park geschützt. Bereits vorher hatte er den Status eines National Monument. 1973 wurden die Kolob Canyons in den Park integriert.

Ideale Reisezeiten sind Herbst und Frühjahr, z.B. Mai oder September/Oktober. Im Herbst leuchten die Blätter im Zion Canyon wunderschön und die Narrows sind aufgrund des Wasserstandes besser begehbar.

National Park Pass

Das Eintrittsgeld für den Zion National Park wird bei der Einfahrt in den Park per Privatfahrzeug inklusive aller Mitfahrer für 1-7 Tage gezahlt und beträgt für 2017 $30. Wen Du den Besuch mehrerer National Parks während Deines Road Trips planst, lohnst sich sicher der Kauf des National Park Passes America the Beautiful. Mehr Info dazu in diesem Beitrag.

Deine Erwartungen an den Besuch im Zion National Park

Wie planst Du Deinen Besuch am besten? Zuerst solltest Du Dir wie immer beim Planen überlegen, welche Erwartungen Du an Deinen Besuch hast. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Du kannst wandern, biken, klettern, reiten, shoppen, essen, übernachten, fotografieren, Tiere beobachten, und so weiter…

Mach Dich schlau auf der Internetseite des National Park Service. Hier ist meine persönliche Liste an guter Literatur zur Vorbereitung:

Die "Bibel" für den Westen der USA. Der Grundmann enthält detaillierte Beschreibungen zu möglichen Strecken, Sehenswürdigkeiten und Übernachtungsmöglichkeiten. Das Buch ist besonders hilfreich, um die Streckenführung sehr fein auszuarbeiten.
Etwas detaillierter als im vorher genannten Werk gehen die Autoren auf den Südwesten ein. Die Informationen im allgemeinen Teil sind gleich. Wenn die Reise nicht nach Washington, Orgenon oder Richtung Yellowstone gehen soll, ist dieser Führer die bessere Wahl.

Band 1 der Serie von Laurent Martres behandelt Utah. In den Büchern finden sich bekannte und weniger bekannte Schätze des Südwestens. Zu jedem Ort gibt es Tipps vom Profifotografen.
Ein Klassiker zur Vorbereitung für die National Parks. Das Buch enthält die offiziellen Karten des National Park Service und ist übersichtlich gegliedert. Du hast nur einen halben Tag Zeit für einen Park? In diesem Buch findest Du die Must-Sees des Parks. Du hast drei Tage Zeit ? Das Buch gibt Dir Tipps für schöne Scenic Drives oder Wanderungen.

Der Reiseführer aus der bekannten Lonely Planet Reihe deckt neben den genannten National Parks auch umliegende State Parks und Städte ab.

Wo Du am Zion National Park am besten übernachtest

Möchtest Du ein Hotelzimmer buchen oder magst Du Camping?

Für mich ein Hotelzimmer, bitte

Direkt vor dem Eingang des Parks liegt das hübsche Örtchen Springdale mit vielen Hotels in verschiedenen Preisklassen. Aufgrund der Lage gibt es hier kein wirklich günstiges Zimmer. Während der Saison sind die Zimmer schnell ausgebucht, so daß sich frühes Buchen lohnt.

Sollten Dir die Preise zu hoch sein, kannst Du auf Kanab im Osten oder Hurricane und St. George im Westen ausweichen. Fahrzeit jeweils etwa 60 min bis zum Visitor Center, wobei Du von Kanab aus schon bei der Anfahrt den wunderschönen Ostteil des Parks besichtigst.

Zwischen Hurricane und Springdale entlang des Highway 9 gibt es auch noch Möglichkeiten zum Übernachten. Hotels buchst Du über Booking, ebookers oder Reiseveranstalter.

Zion Park Inn in Springdale (jetzt Holiday Inn Express)

Zion Park Inn in Springdale (jetzt Holiday Inn Express)

Direkt im Zion National Park liegt als einziges Hotel die rustikal gemütliche Zion Lodge. Als Gast kannst Du auch in der Saison mit Deinem Auto bis zur Lodge fahren. Hier empfiehlt sich eine besonders frühe Buchung. Du kannst ohne Risiko online buchen. Du musst bei der Buchung eine Anzahlung in Höhe der Kosten der ersten Nacht leisten. Diese erhältst Du bei Stornierung zurück und Du kannst bis 48 Stunden vor der Anreise stornieren.

Ich liebe Camping

Es gibt drei Campgrounds im Zion National Park. Der South und der Watchman Campground liegen nahe des Parkeingangs am Zion Canyon. Der Lava Point Campground liegt etwa eine Autostunde vom Visitor Center entfernt an der Kolob Terrace Road. Auf dem Watchman Campground musst Du reservieren, die beiden anderen Plätze sind first-come, first-served. Auch ausserhalb des Parks findest Du diverse Campgrounds.

Im Frühjahr kannst Du es auf den Campgrounds mit dem Western Tent Caterpillar zu tun bekommen. Diese heimische Spezies von Mottenlarven tritt alle 8-10 Jahre vermehrt auf. Es besteht keine Gesundheitsgefahr, dennoch können die Mengen an Raupen lästig beim Campen sein.

Dein Besuch im Zion National Park

Die meisten Besucher planen beim ersten Mal den Zion National Park nur als Zwischenstopp auf der Fahrt vom Bryce Canyon nach Las Vegas ein. Wenn Du Spaß am Wandern hast, dann plane Dir mindestens einen vollen Tag für den Zion Canyon ein, sonst bereust Du es.

Mehr über die schönsten Hikes verrate ich Dir weiter unten.

Dickhornschafe und Checkerboard Mesa im Osten

Der Park teilt sich in mehrere Bereiche ein. Der Ostteil mit dem Zion-Mount Carmel-Highway bietet Dir eine spektakuläre Fahrt durch bunt gemusterten Mesas aus Sandstein. Am bekanntesten ist die Checkerboard Mesa. In diesem Teil hast Du eine gute Chance, Dickhornschafe dicht an der Straße zu sehen. An vielen Stellen kannst Du anhalten und die Aussicht genießen. Von Osten kommen, beginnt kurz vor der Einfahrt in den zweiten Tunnel der Canyon Overlook Trail. Ein kurzer Trail, der Dich zu einem spektakulären Aussichtspunkt über dem großen Arch führt.

Zion-Mount Carmel-Highway im Ostteil des Parks

Zion-Mount Carmel-Highway im Ostteil des Parks

Bis zu 900 m hohe Sandsteinwände im Zion Canyon

Der Zion Canyon kann von März bis Oktober nicht mit dem eigenen Fahrzeug befahren werden. Du parkst Dein Auto in Springdale oder am Visitor Center und nimmst den kostenlosen Shuttle Service in Anspruch. Highway 9 im Ostteil des Parks kannst Du mit dem eigenen Auto befahren.

Nachdem Du Dein Auto in Springdale oder am Visitor Center geparkt hast, fährst Du mit dem Shuttlebus am Virgin River entlang in den Zion Canyon. Bis zu 900 m hoch ragen die blanken Sandsteinwände, die auch bei Kletterern sehr beliebt sind. Du kannst einfach nur mit dem Shuttle eine Runde fahren, die Tour vom Visitor Center bis zu Endstation Temple of Sinawava und zurück dauert etwa 80 Minuten. Unterwegs gibt es 8 Haltestellen, an denen Du ein- und aussteigen kannst, wie Du möchstest.

Dieses Video des National Park Service erklärt Dir ganz genau, wie das Shuttlebus-System funktioniert:

Im Zion Canyon findest Du mehrere einfache und asphaltierte Trails ohne große Höhenunterschiede, z.B. den Pa´rus Trail oder den Riverside Walk. Daneben gibt es auch anspruchsvolle Trails mit stark ausgesetzten Stellen und/oder großen Höhenunterschieden, wie. z.B. den Angels Landing Trail. Eine sehr gute Übersicht gibt Dir der Hiking Guide des National Park Service.

Blick auf Angels Landing

Blick auf Angels Landing

Wenn der Wasserstand niedrig genug ist, kannst Du am Ende des asphaltierten Riverside Walk im Flußbett des Virgin River in die Narrows laufen. Empfehlenswert sind dafür je nach Jahreszeit mindestens Neopren-Socken, denn das Wasser ist sehr kalt. In Springdale kannst Du Dir eine entsprechende Neopren-Ausrüstung ausleihen.

Magische Schönheit: The Subway

In Virgin zweigt die Kolob Terrace Road vom Highway 9 ab. Über diese Straße erreichst Du u.a. den Lava Point Campground und auch die Trailheads für die Wanderung zur Subway. Aufgrund der zahlreichen Berichte, Bilder und Videos ist die Subway in den letzten Jahren sehr populär geworden. Du erreichst diesen Abschnitt des Left Fork of North Creek des Virgin River nach einer anstrengenden Wanderung und nur mit einem Permit. Alles zum Hike und wie Du an ein Permit kommst liest Du hier. Für die Wanderung zur Subway benötigst Du einen ganzen Tag.

Ruhe und Abgeschiedenheit in den Kolob Canyons

Im Nordwesten des Parks befinden sich die Kolob Canyons. Der Bereich ist sehr abgeschieden und wenn Du die Ruhe und unberührte Natur suchst, dann bist Du hier richtig. Genügend Trails gibt es auch hier. Du erreichst die Kolob Canyons über die Ausfahrt 40 an der Interstate 15 zwischen St. George und Cedar City.

Meine Top Ten für den Besuch im Zion National Park

  1. Die Fahrt auf dem Zion-Mount Carmel-Highway im Ostteil des Parks
  2. Canyon Overlook Trail am späten Nachmittag
  3. Staunend im Zion Canyon die Kletterer an den senkrechten Wänden beobachten
  4. Besuch im Visitor Center
  5. Am Riverside Walk schlendern und Abstecher zum Fluß machen
  6. Vom Weeping Rock aus mit dem Fernglas die Menschen auf Angels Landing betrachten
  7. Auf dem West Rim Trail die Aussicht auf Angels Landing genießen
  8. Tiere beobachten (bitte niemals die Hörnchen füttern und immer Abstand zu allen Tieren halten)
  9. Lunch-Picknick am Observation Point
  10. Ein leckeres Eis bei der Springdale Candy Company essen
Canyon Overlook Trail

Canyon Overlook Trail

Wieviel Zeit Du wirklich benötigst

Die Antwort hängt direkt mit Deinen Erwartungen zusammen.

Planst Du keine Ganztages-Wanderung, dann empfehle ich Dir eine Nacht in Springdale. Du könntest vom Bryce Canyon kommend durch den Ostteil des Parks fahren und z.B. den Canyon Overlook Trail gehen. Am nächsten Tag kannst Du vor der Weiterfahrt Richtung Las Vegas noch zum Lower Emerald Pool gehen. Schau Dir als Inspiration meine USA Rundreise Routen von 2010, 2013 und 2015 an.

Bei mindestens zwei Übernachtungen kannst Du eine schöne Ganztages-Wanderung einplanen, z.B. zum Observation Point. Auch möglich wäre die Kombination Angels Landing und Hidden Canyon Trail, wenn Du es gerne ausgesetzt magst.

Die Wandermöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt, deshalb lässt sich schwer eine Empfehlung dafür geben, wieviel Zeit Du im Park einplanen solltest. Auch möglich sind Trekking-Touren, z.B. auf dem West Rim Trail oder in den Narrows. In diesem Guide findest Du Beschreibungen zu sehr vielen Trails und hilfreiche Informationen rund um den Zion National Park.

Am Weeping Rock kannst Du die Wanderer auf dem Gipfel von Angels Landing sehen

Am Weeping Rock kannst Du die Wanderer auf dem Gipfel von Angels Landing sehen

Meine Lieblings-Hikes

Blick auf den Angels Landing Trail vom West Rim Trail

Blick auf den Angels Landing Trail vom West Rim Trail

Der Lohn für den harten Aufstieg - Aussicht vom Observation Point

Der Lohn für den harten Aufstieg – Aussicht vom Observation Point

Diese Ten Essentials brauchst Du für eine Halbtages- oder Tageswanderung

  1. Wasser und Elektrolyte. Stell sicher, daß Du für einen Tag mindestens vier Liter Wasser und z.B. Gatorade dabei hast. Informiere Dich über Wasserstellen auf Deiner Wanderroute und nimm bei Bedarf z.B. Chlortabletten mit.
  2. Salzige Snacks und weitere Verpflegung. Du musst die Elektrolyte ersetzen, die Du ausschwitzt. Das geht am Besten mit Nüssen und süß-salzigen Riegeln. Iss doppelt soviel, wie Du normalerweise essen würdest. Dein Körper braucht es.
  3. Erste-Hilfe-Kit. Blasenpflaster, Schmerztabletten, normale Pflaster, Mullbinden, Tape für evtl. Verstauchungen. Nimm dringend benötigte Medikamente mit. Pack auch eine Rettungsdecke ein (diese silber-goldenen dünnen Foliendecken).
  4. Kopflampe oder Taschenlampe. Du könntest Deine Route unterschätzt oder Deine Fitness überschätzt haben und von der Dunkelheit überrascht werden.
  5. Regenjacke und dünner Fleecepulli. Du bist quasi im Gebirge und gerade im Sommer kann es schnell regnen oder gewittern. Ziehe Dich zwiebelig an.
  6. Sonnenbrille und Hut. Du bist in der Wüste. Das Licht ist hell und die Sonne brennt. Riskiere keinen Sonnenstich und schütze auch Deinen Nacken. Nimm ein Bandana mit, das kannst Du nass machen um Dich zu kühlen. Trage mindestens ein T-Shirt und kein ärmelloses Top.
  7. Sonnencreme. Siehe Punkt 6.
  8. Gut eingetragene Wanderschuhe. Gerade beim Abstieg kannst Du Dir sehr schnell Blasen laufen. Ich empfehle Dir knöchelhöhe Stiefel. Für mich hat sich dazu eine Kombination aus zwei paar Socken bewährt: dünne Zehensocken (vermeiden das Aneinanderreiben der Zehen und damit die Blasenbildung) und darüber Merinosocken (halten den Geruch in Grenzen, kühlen im Sommer und wärmen im Winter).
  9. Gute Vorbereitung. Kennst Du Deine Route und ihren Zustand? Informiere Dich im Visitor Center. Benötigst Du eine Karte? Wähle für den Anfang häufig frequentierte Trails aus. Geh niemals allein. Willst Du doch gerne allein gehen, dann informiere eine Person Deines Vertrauens über Deine Pläne und lass sie Alarm schlagen, wenn Du Dich nicht wie verabredet zurückmeldest.
  10. Mentale Stärke. Wenn Du Dich für einen Aufstieg aus dem Zion Canyon entscheidest kannst Du sicher sein: die Tour wird hart. Halte durch und Du wirst belohnt. Viele Wanderungen sind auch mit Höhenangst gut machbar.
East Mesa Trail

East Mesa Trail

Sind noch Fragen für Deinen Besuch im Zion National Park offen geblieben?

10 Kommentare Schreibe einen Kommentar

    • Danke! Auf Eurem Blog bin ich auch öfter unterwegs und Euer Gewinnspiel ist sicher für meine Leser interessant, denn der Grundmann/Synnatschke Reiseführer ist ohne Einschränkung das beste Werkzeug zum Planen. ☺

  1. Pingback: Individuell geplant: Deine erste USA Rundreise - safetravels.de

  2. Pingback: Wandern im Südwesten für Anfänger - The Canyons are calling

  3. Danke für den großartig recherchierten Artikel. Er deckt wirklich alles wissenswert zu Zion ab. Vielleicht der schönste Nationalpark in Utah, aber vielleicht habe ich in auch nur so in Erinnerung behalten, weil er mir nach der Großstadt Las Vegas ein echtes „ah!“ und „oh!“ Erlebnis bescherte. Nächstes Mal plane ich jedenfalls mehr Zeit dort ein (der Tipp mit Stringdale ist gut!) und mache die Wanderung durch die Narrows.

    • Freut mich sehr, dass Dir der Artikel gefällt. Der Zion NP ist wirklich ein Highlight. In den Narrows waren wir auch noch nicht. Vielleicht sehen wir uns ja dort 😉

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